Dienstag, 9. Februar 2016

Das erste Babyjahr

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Es ist unglaublich (welche Mutter sagt das nicht!) – meine Baby wird ein Jahr alt. Ein Jahr in dem ich vorallem viel über mich selbst gelernt habe

Das ich nicht die typische Mutter bin wusste ich spätestens, als ich “Kolliken” hochschwanger googlen musste. Oder als ich beim Ultraschall den Kopf meiner Tochter mit ihrem Hinterteil verwechselt habe. Doch ich wusste von der ersten Sekunde als ich von meiner Schwangerschaft erfahren habe, das ich trotzdem eine gute Mutter sein werde. Und auch das unser Kind einen hervorragenden Vater hat und wir gute Eltern sein werden. Im letzten Jahr hatte ich mehr als nur einmal einen Moment, in dem mir alles über den Kopf gewachsen ist. In dem ich mich nicht wie aus dem Lehrbuch für Mütter verhalten habe, doch das muss eine Mutter auch gar nicht. Es ist normal, das es manchmal schwierig ist. Das man müde und gestresst ist. Ich habe es unterschätzt und gar nicht anerkannt, wie viel Arbeit eine Mutter hat. Das es gar nicht mal so einfach ist wie man es sich vorstellt, Haushalt und Kind zu vereinen. Das Frauen so starke Charaktere sind.

Rückblickend habe ich das große Glück, das ich ein unkompliziertes Kind habe. Bei ihr hat alles sofort funktioniert – der erste Brei, das Abstillen, durchschlafende Nächte. Ich hatte nie ein wirkliches Problem mit ihr. Die Probleme habe ich mir dafür selbst gemacht. Die Vorstellung, das ich sie ein halbes Jahr stille, hat nicht funktioniert. Statt es zu akzeptieren habe ich Wochen gebraucht, um zu lernen, das man sich als Mutter viel einredet und einem dann die eigene Wunschvorstellung im Weg steht. Doch ich habe auch erfahren, das ich mich falsch einschätzte. Während ich dachte, das ich die absolute Glucke bin, habe ich die Erfahrung gemacht das ich kein Problem damit habe Mutter und weiterhin eine Frau zu sein, die noch ein Leben ohne Babybrei auf der Kleidung hat, die immer noch Zeit mit Freunden verbringen kann ohne dass das Kind im Fokuss steht.

Während ich immer dachte das Muttergefühle am stärksten sind wenn man ein Neugeborenes hat, habe ich bei mir die Erfahrung gemacht das Mutterliebe wächst. Am Anfang habe ich größtenteils funktioniert, mein Kind war zwar von der ersten Sekunde “selbstverständlich” für mich aber dennoch habe ich gemerkt, das die Liebe wächst sobald das Kind mehr reagiert. Heute gibt sie mir Küsse wenn ich sie frage ob ich einen Kuss von ihr bekomme, sie läuft mir hinterher wenn ich den Raum verlasse und strahlt mich jeden Morgen an, wenn sie wach wird – das sind Momente, in denen ich weiß, das ich alles richtig gemacht habe und es richtig ist, auf sein Gefühl zu hören. Fernab von den ganzen Empfehlungen, die Vergleiche unter anderen Müttern, die ganzen äußeren Einflüsse – ich alleine weiß, was gut für mein Kind ist.

Es war ein faszinierendes Jahr. Der magische Moment der Geburt, der mit nichts (!) auf der Welt vergleichbar ist, jede erste Erfahrung mit seinem Kind, das Gefühl eine eigene Familie zu haben. Ein Kind ist eine wahnsinnge Bereicherung für das Leben und vorallem für die eigene Erfahrung. Ihren Charakter wachsen zu sehen ist das Schönste, das es für mich gibt.

Dafür danke ich meiner Tochter.

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